Krisenkommunikation als strategischen Managementprozess konzipieren

Von der Standortschließung über Betriebsunfälle bis zu Produktionsfehlern oder Streiks: In Krisensituationen ist eine strategische und gut vorbereitete Kommunikation besonders wichtig. Schlechte Krisenkommunikation rächt sich. Nur wer in der Krise professionell mit allen externen und internen Anspruchsgruppen kommuniziert, kann Schäden, die Krisen verursachen, eingrenzen.

Beim Workshop Krisenkommunikation am 11. Oktober 2016 in Innsbruck informierten sich TeilnehmerInnen aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol über die zentralen Bausteine erfolgreicher Krisenkommunikation. Organisiert wurde der Workshop von wikopreventk.

  • Dr. Andreas Schwarz von der TU Ilmenau präsentierte in seinem Vortrag Erkenntnisse der internationalen Kommunikationsforschung. “Krisenkommunikation sollte als strategischer Managementprozess konzipiert sein”, erklärte Schwarz.
  • Michael Schacherhofer (Leiter Corporate Online- und Social Media bei den ÖBB) zeigte auf, wie die ÖBB 2015 im Rahmen der Flüchtlingskrise kommunizierte. Durch gezielte digitale Kommunikation konnte die Flüchtlingssituation an den Bahnhöfen richtig gelenkt und direkt mit NGOs und privaten Helfern kommuniziert und kooperiert werden. Hunderte nationale und internationale Medienanfragen wurden beantwortet und die breite Öffentlichkeit und Kunden laufend aktuell informiert. Erstmalig wurde auch ein digitaler Newsroom eingerichtet, der die Schlüsselstellen innerhalb der Konzernkommunikation vernetzte und als Informationsdrehscheibe nach außen fungierte. Ein permanentes Monitoring gewährleistete, die Notwendigkeiten der einzelnen Gruppen frühzeitig zu erkennen und darauf zeitgerecht eingehen zu können.
  • Harald Schiffl, Geschäftsführer von wikopreventk, skizzierte u.a., wie ein Krisenhandbuch aufgebaut sein sollte. Seine Bausteine für professionelles Agieren in der Krise: Schnelligkeit, Verantwortung und Glaubwürdigkeit. Hier geht es zu einem ausführlichen Video mit Harald Schiffl

    Ein weiteres Video mit Harald Schiffl zum Thema Krisenhandbücher sehen Sie hier:

Das war das Programm:

14:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Ulrich Müller, Geschäftsführer wikopreventk

14:15 Uhr
Keynote „Strategische Krisenkommunikation – Alchemie, Esoterik oder Profession?
Erkenntnisse und Implikationen der internationalen Kommunikationsforschung“
Dr. Andreas Schwarz, TU Ilmenau

15:00 Uhr
Big Data in der Krisenkommunikation
Sebastian Naderer, datrionGROUP

15:30 Uhr
Pause

15:45 Uhr
Erfolgreiche Krisenkommunikation durch neues Newsroom-Denken mit Integration von Digital und Analog
Michael Schacherhofer, BA, Konzernkommunikation & Public Affairs, Leiter Corporate Online- und Social Media
ÖBB Holding AG

16:15
Alles kommt weniger schlimm, wenn man mit allem rechnet. (Lucius Annaeus Seneca)
Krisenguidelines sind die beste Versicherung
Harald Schiffl, Geschäftsführer wikopreventk, Wien

16:45 Uhr
Zusammenfassung und Ausklang