Im Vorjahr hat die Stadt Wien ihr Baustellenmanagement komplett neu organisiert. Peter Lenz wurde als Baustellenkoordinator eingesetzt, die Kommunikation wurde in Zusammenarbeit mit wikopreventk strategisch geplant.

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Ein signifikanter Erfolg war der Rückgang negativer medialer Berichterstattung sowie von Beschwerden von AutofahrerInnen. Auch heuer wurden die Medien wieder rechtzeitig zum Beginn der Bausaison auf die Baustellen-Schwerpunkte aufmerksam gemacht. Darüber hinaus nutzt die Stadt Wien alle Informationskanäle inklusive Social Media – zum Beispiel über die Baustellen-App der Stadt Wien. Ein weiterer Schwerpunkt ist die intensive Zusammenarbeit mit den Autofahrerklubs, der Polizei und Ö3.

Was zur Krisenprävention bei Großprojekten beiträgt

  • Detaillierte Stakeholderanalyse unter Berücksichtigung einerseits ihrer Stellung zum und andererseits ihres Einflusses auf das Projekt und die veröffentlichte Meinung
  • Darauf aufbauend die Entwicklung zielgruppengenauer Botschaften, Strategien und Kommunikationsmaßnahmen
  • Mit allen wesentlichen Partnern abgestimmte einheitliche und möglichst frühzeitige Information der Bevölkerung
  • Laufende Abstimmungen mit allen Partnern
  • Ein(e) AnsprechpartnerIn für Medien und Partner/Stakeholder
  • Je nach Entwicklung flexibler Einsatz aller Kommunikationsinstrumente
  • In Szenarien denken und sich auf den Krisenfall vorbereiten – mit einem Krisenhandbuch, Krisenguidelines und Krisentrainings

Warum ist eine frühzeitige Information aller Anspruchsgruppen bei großen Projekten wie dem Baustellensommer so wichtig?
Harald Schiffl, Geschäftsführer wikopreventk: Probleme und Krisen können vermieden werden, wenn man rechtzeitig über potenzielle Risiken informiert und darüber spricht. Beispiel Baustellensommer: Wenn AnrainerInnen, AutofahrerInnen, Medien, etc. rechtzeitig über mögliche Einschränkungen informiert werden, können sie sich besser auf die zu erwartenden Herausforderungen einstellen. Das minimiert einerseits Verärgerung und andererseits die Beschwerdeflut.

Was ist zu tun, wenn dann doch nicht alles planmäßig läuft und es zu nicht vorgesehenen Entwicklungen kommt?
Bauprojekte sind von vielen äußeren und manchmal nicht vorhersehbaren Einflüssen abhängig. Auch hier gilt es, Klartext zu reden und transparent zu informieren – über Ursachen für Verzögerungen oder Probleme, über Nachbesserungen und Veränderungen, oder über die konkreten Maßnahmen, die kurzfristig gesetzt werden. Offene Kommunikation kann wesentlich dazu beitragen, Akzeptanz für Projekte zu steigern. Da gehört es auch dazu, eine Fehleinschätzung im Projekt einzugestehen. Das hebt unter anderem die Glaubwürdigkeit.