Ein Interview mit wikopreventk-Kommunikationsberaterin Caroline Wirth


In Zeiten der Informationsüberflutung ist und bleibt eines am wichtigsten: guter Content. wikopreventk-Kommunikationsberaterin Caroline Wirth erklärt, warum Content Management – also Stories zu schreiben und diese an die richtige Zielgruppe zu verbreiten – nach wie vor an Bedeutung gewinnt.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Mit Content Management ist die Erstellung und Verbreitung von relevanten und nützlichen Inhalten gemeint. Ziel ist es, zuvor definierte Zielgruppen zu erreichen und zu überzeugen.
  • Guter Content soll informieren, unterhalten, aktuell sein und einen Mehrwert bieten.
  • Generell sollen Unternehmen nicht nur Eigen-Content nutzen, sondern auch Fremd-Content wie Fachartikel, Branchen-News etc. aufbereiten. Diese sollen immer in die eigene Unternehmensmarke einzahlen. Damit können Unternehmen ihre Authentizität und Glaubwürdigkeit unterstreichen.
  • Gutes Content Management kann nur abteilungsübergreifend gelingen. Alle MitarbeiterInnen müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Inhalte für die Kommunikation relevant sind. Dies sollte Teil der Unternehmenskultur sein.

Was ist guter Content?
Im Vorfeld müssen Sie die Ziel- und Dialoggruppen klar definieren. Für wen produziere ich die Inhalte? Wie „tickt“ meine Zielgruppe? Welche Bedürfnisse hat sie? Erst wenn ich die jeweilige Kundenperspektive kenne, ist es mir möglich, interessanten, relevanten und nützlichen Content zu erstellen. Neben eigenem Content sind auch Fachartikel, Veranstaltungs- oder Buchtipps sowie Branchen-News spannend. Diese Inhalte können oft ohne großen Zeitaufwand aufbereitet und über die verschiedenen Kanäle verbreitet werden. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt – die Inhalte dürfen auch unterhaltsam sein! Generell sollten Unternehmen darauf achten, dass der Inhalt auch der Unternehmensmarke entspricht, um der eigenen Strategie konsequent zu folgen. Das stärkt die Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Klar ist: Alle Unternehmen haben guten Content – er wird nur oft nicht oder nicht mehrfach genutzt und verstaubt in der Schublade. Haben Sie beispielsweise ein Kundenmagazin? Produzieren Sie die Inhalte rein dafür oder verwenden Sie diese auch für Facebook, Instagram, Twitter oder Ihren Blog? Um Inhalte mehrfach zu nutzen, müssen diese lediglich an die jeweiligen Kanäle adaptiert werden.

Warum ist Content Management für Unternehmen wichtig?
Mit einem guten Content Management können Unternehmen gezielt und aktiv Themen setzen und die Geschichte des Unternehmens auf unterschiedliche Art und Weise erzählen. Damit können sie ihr Bild in der Öffentlichkeit entscheidend mitgestalten und mit ihren Zielgruppen in Dialog treten.

Zudem bringt Content Management Effizienz und spart definitiv Geld: Sie erreichen Ihre Zielgruppe noch treffsicherer – denn durch guten und relevanten Content werden Unternehmen beispielsweise auch von Google leichter gefunden. Teilen und liken Kunden Ihre Beiträge auf Social Media, spielt Ihnen das ebenfalls in die Hände, da diese Empfehlungen immer wichtiger werden. Außerdem sparen Unternehmen durch die mehrfache Aufbereitung von Inhalten Zeit.

Wie können Unternehmen Content Management umsetzen?
Gutes Content Management kann nur abteilungsübergreifend gelingen. Alle MitarbeiterInnen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und immer mitdenken, ob ihre Inhalte für die Kommunikation Relevanz haben. Dieses Denken und das Bewusstsein für Content muss Teil der Unternehmenskultur sein.

Für eine klare Struktur müssen bestimmte Prozesse festgelegt werden, die für alle im Unternehmen bindend sind. Dies beginnt bei der Definition der Themen und geht über die Sammlung und Erstellung der Inhalte bis zur Ausspielung über die verschiedenen Kanäle. Damit Inhalte nicht mehrfach gedacht, geplant und aufbereitet werden, müssen ein Redaktionsplan und eine klare Channel-Strategie aufgestellt werden. Damit gelingt die Content-Erstellung wesentlich effizienter. Unternehmen schaffen über alle Kanäle hinaus ein konsistentes und einheitliches Bild.

Was sind die Erfolgsfaktoren für effizientes Content Management?
Auch wenn alle MitarbeiterInnen dazu angehalten sind, braucht es einen oder eine Verantwortliche(n), der seine „Fühler“ nach Content ausstreckt und im Unternehmen gut vernetzt ist. Andererseits zeichnet diese Person auch dafür verantwortlich, dass die Themen und die Informationen an einer Stelle – wie beispielsweise einem „Contentdesk“ – zusammenlaufen. Sie entscheidet, ob der Content die nötige Relevanz für das Unternehmen und die Marke hat bzw. behält auch die Zielgruppen und deren Bedürfnisse im Blick. Content-ManagerInnen achten zudem auf die Einhaltung der intern formulierten Abgabefristen.

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