Ein Beitrag von wikopreventk-Geschäftsführer Harald Schiffl.


Die Digitalisierung unserer Gesellschaft, die Globalisierung der Wirtschaft, die verstärkte Vernetzung von Politik, Unternehmen und dem Einzelnen, die Veränderungen der Kommunikation: All das sind Faktoren, die unser Leben bestimmen und erleichtern, die zum Fortschritt beitragen, aber auch die Risiken für uns alle verschärfen.

Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass es möglich ist, Unternehmen und Organisationen mittels Computerviren lahm zu legen, Millionen Kundendaten mit einem Knopfdruck zu stehlen oder demokratische Wahlen mittels Hackerangriffen und unüberschaubaren und nicht mehr einordenbaren Fake-News zu beeinflussen? Die globale Terrorbedrohung steigt ebenso wie die Anzahl der durch den (selbstverschuldeten) Klimawandel herbeigeführten Naturkatastrophen. Auch die stark vernetzte Kommunikation der VerbraucherInnen über soziale Medien steigert die Risiken für Unternehmen.

All diese – und noch unzählige andere – Risiken haben mehr oder weniger starke Auswirkungen auf Unternehmen; immer auch und gerade finanzieller Natur.

Risikomanagement ist eine strategische Führungsaufgabe

Bei einem raschen Blick in die Medien zeigt sich, dass viele Unternehmen und Organisationen ihre Risiken nicht kennen. Und man sieht, dass Unternehmen im Umgang mit Risiken zahlreiche Fehler machen, oft auch existenzbedrohende.

Deshalb braucht es ein klar definiertes Risikomanagement, in dem der Umgang mit Risiken festgelegt wird. Das bedeutet, dass die Frage beantwortet wird: Vermeidet das Unternehmen ein Risiko vollkommen, geht es ein Risiko bewusst ein, wird es begrenzt oder auf andere übertragen? So wird eine Risiko- und Fehlerkultur geschaffen, die es ermöglicht, Risiken erfolgreich zu managen.

Der schwarze Schwan

Viele Risiken lassen sich im Rahmen einer in die Tiefe gehenden umfassenden Analyse identifizieren, um dann entsprechend (re)agieren zu können. Andere aber sind fast nicht oder überhaupt nicht im Vorhinein zu erfassen oder in ihren – auch pekuniären – Auswirkungen zu quantifizieren. Zahlreiche relevante Risiken sind nicht immer sofort erkennbar. Vermeintlich nicht vorhersehbare Risiken wie etwa die letzten Hochwasserkatastrophen u.a. in Österreich und Deutschland, dramatische Ernteausfälle aufgrund von Hagel, Terroranschläge usw. haben auch dementsprechende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Hinzu kommen Reputationsrisiken von Unternehmen, Marken oder Management, die finanzielle Einbußen zur Folge haben können.

Es braucht „gute“ RisikomanagerInnen, die antizipieren und einen „schwarzen Schwan“ für denkbar halten. Der „schwarze Schwan“ gilt dabei als Metapher eines zwar unwahrscheinlichen, aber möglichen Ereignisses.

Über Wirkung und unerwünschte Nebenwirkungen

Erkannte, quantifizierte und – wo möglich auch – minimierte Risiken benötigen dann auch Risikokommunikation. Vor jedem Start eines Flugzeuges werden Fluggäste über mögliche Risiken aufgeklärt und erhalten Handlungsanleitungen z.B. für den „unwahrscheinlichen Fall eines Druckabfalls in der Kabine“. Jede Medikamentenpackung enthält eine umfassende Aufklärung über mögliche Risiken. Werbung von nicht-verschreibungspflichtigen Produkten im Pharmabereich (OTC) müssen zwingend den Hinweis enthalten „Über Wirkung und mögliche unerwünschte Nebenwirkungen informieren …“.

Chemieunternehmen führen mittlerweile Informationskampagnen für AnrainerInnen durch, in denen über die vom Unternehmen ausgehenden Risiken informiert wird. Vor jedem chirurgischen Eingriff werden PatientInnen über die möglichen Risiken aufgeklärt. Banken sollten/müssen AnlegerInnen über Verlustrisiken umfassend informieren. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Risikomanagement und -kommunikation minimiert Krisen

Wo ein Risiko nicht erkannt und nicht entsprechend agiert wird, stehen Krisen auf der Tagesordnung. Wenn Risikomanagement zum Ereignis- und Chancenmanagement genutzt wird, werden mögliche krisenhafte Folgen minimiert oder sogar – im besten Fall – verhindert.

Und auch hier gilt: Externe ExpertInnen helfen bei derartigen Vorgängen – Unternehmen, Organisationen und Management. Denn Externe bringen einen „unverstellten“, klaren Blick mit, haben keinerlei Abhängigkeit zu einzelnen handelnden Personen und – sofern sie wirklich Risikoprofis sind – sie halten den „Schwarzen Schwan“ für möglich!

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